VERANSTALTUNGEN
+ Demokratie +
Kirche aktiv gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit
20.11.08 10:30 - 21.11.08 15:00
Lutherstadt Wittenberg, Evangelische Akademie
Die Zahl rechtsextrem motivierter Übergriffe in Sachsen-Anhalt stagniert auf hohem Niveau. Was kann die Kirche unternehmen, um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden? Und wie wird mit rechtsextremen und fremdenfeindlichen Tendenzen innerhalb der Kirche umgegangen? Wie geht es nach dem Dekadenjahr 2008 „Nächstenliebe verlangt Klarheit. Evangelische Kirche gegen Rechtsextremismus“ in der EKM weiter? Auf der Grundlage hintergründiger Impulse, von Diskussionen und Gesprächen sowie am Beispiel erfolgreicher Praxis werden Konzepte für kirchliches Engagement erarbeitet.
Hintergrund
In unserer Gesellschaft sind fremdenfeindliche und rechtsextremistische Einstellungen nach wie vor verbreitet. Vorbehalte gegenüber Fremden beobachten wir auch in der Kirche, obwohl „Fremdlinge“ schon im Alten Testament „Einheimischen“ gleichgestellt wurden. Öffnet Kirche Fremden ihre Türen? Und wie hält es die Kirche mit rechtsextremen Parteigängern in ihren Reihen?
Christlicher Glaube und rechtsextreme Ideologie sind unvereinbar. In Ostdeutschland sieht sich die Kirche jedoch durch die Verankerung rechtsextremer Identitätsangebote herausgefordert. Zugleich ist Kirche ein wichtiger zivilgesellschaftlicher Akteur, der faktisch in jedem Dorf präsent ist. Wie verhalten wir uns als Christinnen und Christen, wenn in unserer Gemeinde oder Kommune fremdenfeindliche Äußerungen fallen? Greifen wir ein, wenn Menschen wegen ihres Aussehens bedroht werden? Was tun wir, wenn wir sehen, dass ein Mitglied des Gemeindekirchenrats Plakate rechtsextremer Parteien aufhängt?
Am Ende des Dekadenjahrs „Nächstenliebe verlangt Klarheit. Evangelische Kirche gegen Rechtsextremismus“ in der EKM fragen wir, wie es weitergeht. Welche Erfahrungen lohnen sich mitzunehmen und fortzuentwickeln? Was hat sich nicht bewährt? Anhand praktischer Beispiele wollen wir mit Rechtsextremismusexpertinnen, Theologen und Menschen, die in kritischen Situationen gehandelt haben, ins Gespräch kommen und Erfolg versprechende Strategien erarbeiten.
Auf Ihre Teilnahme freuen sich
Cornelia Habisch
Landeszentrale für politische Bildung, Geschäftsstelle des Netzwerks für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt
David Begrich
Miteinander e.V. Magdeburg
Tobias Thiel
Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt
Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit Miteinander e.V. Magdeburg und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt durchgeführt und von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.
Information
- programm.pdf
Programm179.3 KB - pressemitteilung.pdf
Pressemitteilung im Anschluss an die Tagung57.88 KB - abschlussthesen_der_teilnehmenden.pdf
Abschlussthesen der Teilnehmenden97.45 KB
Programm:
Donnerstag, 20.11.08
10:30 Anmeldung
11:00 Begrüßung und Eröffnung
Tobias Thiel, Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt Cornelia Habisch, Geschäftsstelle des Netzwerks für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt David Begrich, Miteinander e.V. Magdeburg
11:15 Grußwort
Propst Siegfried T. Kasparick, Wittenberg
11:30 "Rechtsextremismus vor Ort" - Ihre Erfahrungen
12:00 Mittagessen
13:30 Impulsreferat "Nächstenliebe verlangt Klarheit - Evangelische Kirche gegen Rechtsextremismus"
Bischof Axel Noack, Magdeburg
14:00 Theologische Grundlegung und Einordnung: „Sind rechtsextreme Einstellungen mit dem protestantischen Bekenntnis vereinbar?“
PD Dr. Michael Haspel, Ev. Akademie Thüringen, Neudientendorf
15:00 Kaffee, Tee, Gebäck
15:30 Erscheinungsformen und Ideologie des Rechtsextremismus in den Regionen der EKM
David Begrich, Miteinander e.V. Magdeburg
16:00 Gesprächs- und Frageräume
SIE sind unsicher im Umgang mit Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit vor Ort? SIE haben ganz persönlich Fragen? SIE suchen bestimmte Antworten für Ihr Handeln in der Gemeinde? Im Folgenden haben Sie die Möglichkeit, mit verschiedenen politischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Vertretern und Vertreterinnen ins Gespräch zu kommen. Es besteht die Möglichkeit, die Frageräume zweimal zu wechseln:
Cornelia Habisch, Geschäftsführerin der Geschäftsstelle des Netzwerks für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt
David Begrich, berät Kommunen, Kirchen, Vereine in ihrem Engagement gegen Rechtsextremismus
Superintendent Michael Kleemann, Stendal, Polizeiseelsorger, beteiligt an Aktionen gegen Rechtsextreme
Pfarrerin Angela Lau, Colditz, organisierte Friedensgebet gegen Rechtsextremismus, zu dem auch die NPD kam
Martin Hoffmann, Magdeburg, Vertreter der Initiative Hingucken, Denken, Einmischen
18:00 Abendessen
19:00 Interventionen – Kirchgemeinden und die regionale Zivilgesellschaft. Fragen an und Gespräch mit OKR Christhard Wagner, Superintendent Michael Kleemann, Pfarrerin Angela Lau Moderation: Martin Hanusch
20:30 Ausklang im Gespräch
Ende gegen 22.00
Freitag, 21.11.08
08:30 Morgenandacht in der Akademie: „Nächstenliebe verlangt Klarheit“
09:00 Szenario-Workshops: „Wie verhalte ich mich in der konkreten Situation, wie werde ich aktiv? Wie vernetze ich mich und finde lokale Unterstützung? Wie binde ich Gemeinde und Verantwortliche ein?“
Christian Liebchen, Dozent PTI Drübeck
Pfarrer Peter Lehmann, Sprecher des Bürgerbündnisses Wernigerode für Weltoffenheit in und Demokratie
Friedemann Bringt, Projektleiter Kulturbüro Sachsen (MBT) Dresden
dazwischen: Kaffee, Tee, Gebäck
12:00 Mittag
13:00 Präsentation der Workshopergebnisse
13:45 „Strategien in Sicht?“ - Fishbowl mit Teilnehmenden und Referent/-innen Moderation: Cornelia Habisch
Ende gegen 15:00
Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit Miteinander e.V. Magdeburg und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt durchgeführt und von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

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