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Gemeinsam die Kinderrechte entdecken
Gemeinsam die Kinderrechte entdecken

Mit dem Rollstuhl durch die Innenstadt
Mit dem Rollstuhl durch die Innenstadt

Kinderrechte-Entdeckertouren in Ihrer Stadt?

Bei der Kinderakademie „Wir haben Rechte“ wurden sie bereits erfolgreich in Wittenberg erprobt: die Kinderrechte-Entdeckertouren. Vier Touren zu verschiedenen Schwerpunktthemen der UN-Kinderrechtskonvention bringen den teilnehmenden Kindern durch persönliche Begegnungen und konkrete Erfahrungen ihre Rechte näher und machen ihnen Mut, sich dafür einzusetzen.

Ein Konzept, das sich mit leichten Änderungen am entwickelten Material gut auf andere Städte übertragen lässt und hier Kinder- und Jugendgruppen oder Schulklassen angeboten werden kann. Gerne beraten und unterstützen wir Sie bei Interesse, auch in Ihrer Stadt Kinderrechte-Entdeckertouren durchzuführen.

Informationen und Kontakt:

Eva-Maria Reinwald, Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V. Tel.: 03491-498862; Mail: reinwald@ev-akademie-wittenberg.de

Hier einige Infos zum Projekt:

Hintergrund

In der UN-Kinderrechtskonvention werden Kinder als kompetente Akteure anerkannt, die aktiv am gesellschaftlich-politischen Leben teilnehmen und deren Meinung „zu Recht“ Gehör finden soll. Informations- und Versammlungsfreiheit und ein Recht auf Mitbestim¬mung werden Kindern ebenso zugesichert wie etwa das Recht auf gewaltfreie Erziehung, Bildung oder freie Religions¬ausübung. Damit Kinder ihre Rechte aktiv wahrnehmen können, reichen bloße Kenntnisse jedoch oft nicht aus. Kinder brauchen konkrete Erfahrungen und persönliche Begegnungen, die ermutigen, für sich und andere für ihre Rechte einzustehen. Diese wollen die Entdeckertouren ermöglichen.

Konzept der Kinderrechte-Entdeckertouren

Zu verschiedenen Schwerpunktthemen der UN-Kinderrechtskonvention begegnen die Kinder in ihrer Stadt Menschen, besuchen Einrichtungen und machen konkrete Erfahrungen, die ihnen ihre Rechte sowie gesellschaftspolitische Hintergründe der Gewährleistung und Missachtung derselben näher bringen: Sie erproben mit einem Rollstuhl, auf welche Hindernisse man in der Stadt als Kind mit Behinderung stößt, lernen durch Mitarbeiter/-innen von Beratungsstellen Angebote für Kinder in Notsituationen kennen, erfahren beim Weltladen, wie durch fairen Handel das Recht von Kindern auf Schutz vor Kinderarbeit gestärkt werden kann oder machen im Landkreisbüro von ihrem Versammlungsrecht Gebrauch, indem sie eine Demonstration anmelden. Die Kinder werden zudem dazu angeregt, eigene Fragen zu stellen und ihr Umfeld sensibler wahrzunehmen: Wo in der Stadt haben Kinder die Möglichkeit, sich zu bewegen und wo mangelt es daran? Wo können sie sich Informationen beschaffen? Wo stoßen behinderte Kinder auf Hindernisse?

Die Einbindung verschiedenster, lokaler Akteure, erfordert eine Anpassung des Konzepts und der Materialien an die jeweilige Situation vor Ort. Das Grundkonzept gestaltet sich wie folgt:

Tour 1: Kinder sollen keine Not leiden

Die Gruppe untersucht das Recht von Kindern, gesund zu leben und in ihren Familien keine Not zu leiden. Es wird eine super-gesunde Pausenbrotbox gefüllt und der Frage nachgegangen, wo sich Kinder in der Stadt gut bewegen können. Beim Besuch in einer Beratungseinrichtung erfahren die Teilnehmer, wie Kindern in Not geholfen werden kann.

Tour 2: Kinder sollen ihre Stärken kennenlernen

Kinder haben das Recht, über Bildung ihre Fähigkeiten zu entdecken und ihre Persönlichkeit zu entfalten. Bei einem Besuch im Weltladen erfährt die Gruppe, wie Kinder in anderen Ländern durch Kinderarbeit an diesem Recht gehindert werden und was sie dagegen tun können. Gemeinsam erforschen sie, wie ihre Traumschule aussehen könnte und wo in der Stadt sie außerhalb der Schule etwas lernen können.

Tour 3: Kinder dürfen mitreden

Kinder haben das Recht, laut ihre Meinung zu sagen und in Fragen, die sie betreffen, mitzubestimmen. Doch wie wird man gesehen und gehört? Bei der zuständigen Behörder können die Kinder eine Kinderdemo „probe-anmelden“. Doch wer mitreden will, muss sich auch schlau machen können. Die Gruppe testet, wie man im Internet gut verständliche Informationen für Kinder findet.

Tour 4: Zusammenleben in Vielfalt

Die Kinderrechte gelten für alle Kinder, egal welcher Religion sie angehören, welche Hautfarbe sie haben, ob sie behindert sind oder nicht. Kein Kind darf wegen seiner Besonderheiten benachteiligt oder ausgeschlossen werden. In Begegnung mit einem religiösen Menschen sprechen die Kinder über ihr Recht auf Religion und thematisieren Ausgrenzungserfahrungen. Mit einem Rollstuhl erproben sie, auf welche Hindernisse behinderte Kinder in der Stadt stoßen.

Die Tour-Anleitungen sind so verfasst, dass sich die Kinder sich ihr Vorgehen eigenständig arbeiten können. Eine Begleitung der einzelnen Gruppen durch für Fragen der Kinder zur Verfügung stehende Erwachsene ist dennoch sinnvoll. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 8-13 Jahren in Schulklassen, Jugend- und Kinder- oder Konfirmandengruppen.

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